DVGW energie | wasser-praxis, Ausgabe 9/2021

klassischen Aufbereitung (Enteise­ nung, Entmanganung) nicht reduziert werden kann, besteht die Gefahr, dass sich die Konzentration imTrinkwasser ebenfalls erhöht und der Grenzwert der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) überschritten wird. Auf Grundlage der DIN EN 15975- 2:2013 „Sicherheit der Trinkwasser­ versorgung – Leitlinien für das Risiko- undKrisenmanagement, Teil 2: Risiko­ management“ [2] wurde in einer aktu­ ellen Erhebung die Gefährdung der Grenzwertüberschreitung für den Parameter Sulfat beurteilt [3]. Dies um­ fasst die Beschreibung der Rahmen­ bedingungendes Trinkwassersystems, gefolgt von einerGefährdungsanalyse, einer Risikoabschätzung und resultiert schlussendlich in der Entwicklung von Maßnahmen zur Risikobeherr­ schung (Abb. 3) . Auf dieser Gefähr­ dungsbeurteilung kannderWasserver­ sorger ein prozessorientiertes Risiko­ management im Sinne der DIN mit den zusätzlichen Schritten „Verifzie­ rung“ und „Revision“ aufbauen. Die vorliegende Gefährungsbeurteilung wurde in einer interdisziplinären Gruppe aus Vertreternder zuständigen MinisterienundFachämter, desWasser­ versorgers und der beratenden Inge­ nieurbüros erarbeitet. Rahmenbedingungen am Standort des Wasserwerks Das Wasserwerk Briesen fördert das Grundwasser mit Brunnen, die imun­ bedeckten Grundwasserleiter des Ber­ liner Urstromtals verfiltert sind. Im Mittel werden dabei rund 12.000 m³/d Grundwasser entnommen. Unter der Maßgabe, dass die vorliegende wasser­ rechtliche Erlaubnis für den Wasser­ 50 100 150 200 250 300 350 2008 2010 2012 2014 2016 2018 Sulfat (mg/l) Sulfatkonzentration im Trinkwasser Sulfatkonze tratio in der Spree m Entnahmebauwerk Trinkwassergrenzwert Sulfat (250 mg/l) 50 100 150 200 2008 2010 2012 2014 2016 201 Sulfat (mg/l) Sulfatkonzentration im Trinkwasser Sulfatkonzentration in der Spree am Entnahmebauwerk Trinkwassergrenzwert Sulfat (250 mg/l) Abb. 2: Entwicklung der Sulfatkonzentrationen in der Spree und im Trinkwasser des Wasserwerkes Briesen Quelle: GCI GmbH werksbetrieb im vollen Umfang ge­ nutzt werden kann, spiegelndie gegen­ wärtigen Betriebsbedingungen etwa die halbe betriebliche Auslastung des Standortes wider. Bereits nach der Errichtung der etwa 2kmlangenHeberbrunnenanlageEnde der 1960er-Jahre zeigte sich, dass der technischerforderlicheWasserstandbei alleiniger Nutzung des Grundwasser­ dargebots dauerhaft nicht gehalten werden konnte. Deshalb wird seit den 1970er-Jahren das Grundwasser mit Spreewasser künstlich angereichert. Entsprechend der wasserrechtlichen Erlaubnis dürfen mit der Heberbrun­ nenanlage im jährlichen Mittel (Q 365 ) insgesamt 21.500 m³/d Grundwasser gefördert werden. Die Infiltrations­ menge an Spreewasser wird gemäßden wasserwirtschaftlichenundhydrologi­ schen Randbedingungen so gesteuert, 79 energie | wasser-praxis 9/2021

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