DVGW energie | wasser-praxis, Ausgabe 9/2021

Spree In ltrations- Heber- GWL 1 GWL 2 GWL 3 Pleistozäne Rinne GWH a GWH b GWH a Wasserwerk becken brunnen Pumpwerk Brunnen Die FrankfurterWasser- undAbwassergesell- schaft mbH versorgt mit demTrinkwasser des Wasserwerkes Briesen etwa 65.000 Einwohner in der Region, u. a. die Stadt Frankfurt (Oder). Das Grundwasser wird dabei aus zwei Wasser­ fassungen entnommen, einer Heberbrunnen­ anlage (Zentralfassung) und einer Gruppe von Vertikalfilterbrunnen entlang der nahegelege­ nen Spree (Spreebogenfassung). Da das verfüg­ bare Grundwasserdargebot den Wasserbedarf nicht deckt, wird das Grundwasser imAnstrom der Heberbrunnenanlage über Infiltrations­ becken mit Spreewasser angereichert (Abb. 1) . Das Rohmischwasser setzt sich dementspre­ chend aus den Komponenten „Grundwasser“, „Uferfiltrat“ und „künstliche Grundwasser­ anreicherung“ (kurz: „Infiltrat“) zusammen. Da Uferfiltrat und Infiltrat einenwesentlichen Anteil an der Gesamtförderung besitzen, wird das Trinkwasser von der Beschaffenheit des Spreewassers stark beeinflusst, sodass der che­ mische Parameter Sulfat an diesem Förder­ standort seit dem Jahr 2013 als Belastungs­ parameter betrachtet wird (Abb. 2) . Nach den Prognosen zur Entwicklung der Sulfatkonzen­ tration in der Spree [1] ist auch weiterhin mit einem hohen Konzentrationsniveau bzw. mit einem weiteren Anstieg der Sulfatkonzentra­ tion zu rechnen. Da diese Konzentration mit der am Wasserwerk Briesen durchgeführten Sulfat in der Spree – Gefährdungsbeurteilung am Beispiel des Wasserwerks Briesen Als Folge der jahrzehntelangen bergbaulichen Aktivitäten im Lausitzer Braunkohlerevier sind in der letzten Dekade erhöhte Sulfatkonzentrationen in der Spree zu beobachten. Sulfat kann deshalb für Wasserwerke entlang der Spree einen chemischen Belastungsparameter darstellen – insbesondere, wenn die Wassergewinnung auf Spreewasser zur künstlichen Grundwasser­ anreicherung angewiesen ist. Für das zur Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH gehörende und von diesem Sachverhalt betroffene Wasserwerk Briesen wurde in diesem Kontext eine Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich des Parameters Sulfat in Anlehnung an DIN EN 15975- 2:2013 durchgeführt. Unterstützt durch ein Grundwasserplanungsmodell, bewerteten die Projekt­ beteiligten anschließend verschiedene Maßnahmen zur Risikobeherrschung. von: Florian Jenn, Franziska Mehler & Silvia Dinse (alle: GCI GmbH) Abb. 1: Schematische Skizze der Fördersituation am Wasserwerksstandort Briesen Quelle: GCI GmbH 78 energie | wasser-praxis 9/2021 F O R S C H U N G & E N T W I C K L U N G

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